10
Feb
2008

Wochenende

Na, da habe ich ja schon das erste Mal meine tägliche Blogreihe unterbrochen.

Gestern sind wir für unsere Verhältnisse ziemlich spät aufgewacht. DH hat noch die Hemden zum Bügeln gebracht und dann habe ich ihn in die Arbeit gefahren. Dort konnten wir auch gleich die Wasserkisten austauschen und dann fuhr ich weiter zum Einkaufen.

Wie üblich war es ein ziemlicher Stress, die Einkäufe für zwei Haushalte, den von DA/DU sowie unseren, allein zu schaukeln. Vor der Kasse sind schon um 9 Uhr Schlangen. Ich lege zuerst die Einkäufe von DH/DU auf das Band, Trenner rein, dann unsere Einkäufe. Sobald ich die letzten aufs Band gelegt habe, muß ich vorne schon anfangen, die Sachen von DA/DU wieder in den Wagen zu packen. Erste Portion zahlen, unsere Lebensmittel einpacken, zahlen, schnell noch das Parkticket entwerten lassen, Kassenzettel ins den Mund geklemmt, ab geht's in Richtung Auto.

Mein Magen ist immer noch leer und fängt allmählich vor Hunger an zu schmerzen. Habe noch keine Zeit mich um ihn zu kümmern.

Bei DA/DU sitzen die beiden schon vor ihrem Mittagstisch. Kaum erfahren die beiden, daß DH heute arbeiten muß, werde ich gleich genötigt, mitzuessen. Bei der Suppe mache ich noch mit. Allerdings waren die Nudeln schon separat vorgekocht, lagen eine Weile als Klumpen im Metallsieb und haben nun an der Unterseite rostige Flecken. Yammi! Desweiteren gibts dann noch Convenient Food. Es wäre auch ein fleischloses für mich da, Milchreis, weil ich aber wegen Laktoseunverträglichkeit auf Milchprodukte für eine Weile verzichte, winke ich ab. Erklärungen werden nötig und schließlich akzeptiert.

Mittlerweile ist es kurz vor 12 Uhr und ich mache mich auf den Heimweg. Lade unsere Lebensmittel aus und verstaue sie. Mach mir was zu essen. Jetzt kommt die gefährliche Phase. Ich setze mich auf die Couch. Gefährlich, weil ich meistens nicht mehr hochkomme, obwohl ich unbedingt noch mal in die Stadt möchte, weil ich Schuhe kaufen muß.

Und richtig, erst gegen 4 Uhr rapple ich mich wieder hoch, gebe mir einen Tritt in den Hintern und fahre in die Stadt. Schuhgeschäft 1, 2, 3, wieder zurück zu 2. Entweder sehen die Treter stinklangweilig aus oder sie sind total unbequem. Schließlich finde ich ein Paar, das mich zwar nicht vom Hocker reißt, aber das bequem ist und trotzdem keinen Omi-Charakter hat.

So, zur Belohnung gehe ich nun noch zur Buchhandlung. Ich fange ganz oben an, kaufe mir drei Bücher zur Ordnung am Arbeitsplatz (ungefähr 76ster Ansatz), zur Verschlankung von Arbeitsprozessen und zu Mitarbeiterführung. Dann arbeite ich mich stockwerksweise nach unten durch, ohne noch weitere Bücher aufzugabeln.

Zuhause angekommen bin ich todmüde und will sofort mit dem Arbeitsplatzordnungsbuch anfangen. Ich bin ausnahmsweise positiv überrascht und denke mir, die Techniken könnten realisierbar und tatsächlich wirksam sein.

DH kommt später. Der Engel hat mir einen neuen Akku und einen neuen Charger für mein Handy gekauft; der Akku hielt nicht mal mehr 6 h und das Aufladen war zum Schluß wegen eines Wacklers auch nicht mehr möglich. DH hat sogar den neuen Akku rein und das Laden übernommen.

Das Buch überzeugt mich, daß die Lose-Blatt-Ablage viel platz- und zeitsparender ist, als das Ablegen in Ringordnern. Nun bin ich ein Perfektionist und ein ungutes Gefühl beschleicht mich, wenn Stapel von Blättern einfach in Mappen abgelegt werden. Aber es überzeugt mich und ich fange an, nach Ablagesystemen im Internet zu suchen. Ich stoße auf eine Webseite mit tollem Konzept und schicken Produkten. Ich möchte bestellen, aber nein, man muß schon vorher ein Beratungsgespräch vereinbaren, um ein maßgeschneidertes System verpaßt zu bekommen. Ich bin viel zu ungeduldig, um so eine Vereinbarung abzuwarten. Es muß doch für einen durchschnittlich begabten Menschen möglich sein, sich die Zutaten zusammenzustellen ohne so eine blöde Beratung. Weitgefehlt. Es gibt so viele unterschiedliche Ordnungsmappen, und Beschriftungsmöglichkeiten, von denen nicht immer eine zur anderen paßt. Trotzdem lege ich schon mal einige Produkte in meinen Warenkorb. In null komma nichts bin ich bei nahezu 300 EUR Bestellwert. Jetzt wird's mir zu riskant. Was wenn das ganze System nichts taugt?

Mir war als gäbe es noch einen weiteren Anbieter. Ja richtig. Klar gegliederte Homepage. Nur kompatible Produkte. Kein Beratungsgespräch nötig. Informationen gibt es im Archiv kostenlos. Ich bestelle los und komme auf knappe 100 EUR. Was für ein Unterschied! Der Preis ist zwar immer noch ganz stolz, aber "no risk, no fun".



Heute morgen war wieder mal absolutes Chaos. Dazu endlose Kabbeleien. Ich habe morgens gebadet und ausgiebig Körperpflege betrieben, während DH noch genüßlich gepennt hat. Aber die kluge Frau beugt vor. Ich bin es leid, das Sparprogramm durchzuziehen und meine Haare zu trocknen, während DH schon abflugbereit im Stuhl sitzt und darauf wartet, wann es endlich zum Sonntagsausflug losgehen kann.

Ich mußte wieder mal die Route raussuchen. Wir haben uns auf 3 km geeinigt. Das ist die Länge, die mein DH gerade noch aushält, ohne grantig zu werden und meine absolute Minimallänge, ohne grantig zu werden. Ich habe mich darüber beschwert, daß *ich* immer alles machen müßte und schon war DH verschnupft. Um gerecht zu sein, er hat sich um den Ausdruck der Route gekümmert, während ich noch die Ladung Wäsche aufgehängt habe, die ich gleich morgens gestartet habe.

Dicke Luft! Ja, ich habe dünne Haut momentan. Ja, ich bin vermutlich nicht immer sehr nett zu DH. Ich bin einfach ausgepowert. Ich hatte in den letzten Monaten sehr viel Druck von DA/DU wegen seines Krankenhausaufenthalts. Dadurch kippte das ziemlich labile Gleichgewicht, das ich in der Arbeit hatte: bin zur Zeit ohne Assistenz, und hoffnungslos hintendran. Deshalb legte ich einige Überstunden und eine Wochenendschicht ein, um keinen Ärger zu bekommen. Eigentlich dürfte ich das nicht, denn ich habe eine Virusinfektion, die vorübergehend viel RUHE erfodert. Die Wohnung ist ein Chaos, Einkäufe wären zu erledigen, Reklamationen zu machen. Eine neue Brille möchte ich mir kaufen und der Paß muß verlängert werden.

Da passiert es manchmal, daß DH als Blitzableiter herhalten muß, wie er meint. Wahrscheinlich habe ich aber das Gefühl, daß ich trotzdem noch mehr für unsere Gemeinschaft tue als er. Und daß ich mir eigentlich ein wenig Unterstützung erhoffen würde. Obwohl ich weiß, daß er auch nicht gerade Däumchen dreht in seinem Job.

Trotzdem haben wir noch einen schönen Spaziergang genossen. Jetzt sitze ich auf der Couch und blogge, während DH pennt.
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